Ziel dieses Screens: liquide Aktien finden, die über mittelfristigen und langfristigen Durchschnittslinien notieren und bereits relative Stärke zeigen. Das Ergebnis ist eine Beobachtungsliste – keine Kaufempfehlung.
Vorbereitung
Öffnen Sie den Stock Screener, wählen Sie Ihren Markt und aktivieren Sie nach Möglichkeit das Primärlisting. Entscheiden Sie vorab, ob Sie US-, europäische oder deutsche Aktien untersuchen. Mischen Sie Währungen und Börsenzeiten nicht unbemerkt.
Ein einfacher Trendaktien-Screen
- Marktkapitalisierung: zum Lernen beispielsweise über 1 Mrd. Euro oder US-Dollar.
- Liquidität: Mindestwert für durchschnittliches Volumen oder Umsatz festlegen.
- Kurs über SMA 50: mittelfristiger Trendfilter.
- Kurs über SMA 200: langfristiger Trendfilter.
- SMA 50 über SMA 200: positive Trendstruktur.
- Performance: positive 3- oder 6-Monats-Entwicklung.
TradingView erlaubt technische Filter und anpassbare Parameter. Fügen Sie jede Bedingung einzeln hinzu. Wenn kaum Treffer übrig bleiben, lockern Sie nicht willkürlich alle Grenzen, sondern prüfen Sie, welcher Filter die Auswahl bestimmt.
Optionale Qualitätsfilter
Je nach Strategie können Umsatz- und Gewinnwachstum, positive operative Marge oder Verschuldung ergänzt werden. Damit verbinden Sie Trend mit Unternehmensqualität. Ein stark gestiegener Kurs allein sagt nichts über Bewertung oder Geschäftsrisiko.
Treffer richtig prüfen
- Woher kommt die Kursstärke: Geschäftsentwicklung, Sektortrend oder Einmaleffekt?
- Ist der Chart liquide und ohne ungewöhnliche Sprünge?
- Stehen Quartalszahlen oder andere Ereignisse an?
- Wie weit ist der Kurs vom SMA 50 entfernt?
- Wo läge ein sachlich begründeter Ausstieg?
Besonders steile Bewegungen können fortsetzen, aber auch scharf korrigieren. Warten Sie nicht auf Bestätigung durch immer mehr rückwärtsgerichtete Indikatoren.
Watchlist und Alarme
Übernehmen Sie nur die besten Kandidaten in eine eigene Watchlist, etwa „Trendkandidaten KW 39“. Setzen Sie danach Preisalarme an relevanten Ausbruchs- oder Unterstützungsniveaus. Anleitung: TradingView Alarm einstellen.
FAQ
Welche SMA-Werte eignen sich für Trendaktien?
SMA 50 und SMA 200 sind verbreitete Orientierungen, aber keine Naturgesetze. Testen Sie Werte passend zur Zeitebene und Strategie.
Wie oft sollte ich screenen?
Für Tages- und Wochenstrategien reicht häufig ein fester wöchentlicher Termin plus Alarme. Häufigeres Prüfen ist nicht automatisch besser.
Kann der Screener zukünftige Gewinner finden?
Nein. Er filtert aktuelle und historische Eigenschaften. Jede Auswahl kann scheitern; Risikomanagement bleibt notwendig.
Quelle
TradingView: Stock Screener und Filtermöglichkeiten
Grundlagen: TradingView Aktien-Screener richtig nutzen und TradingView lernen. Keine Anlageberatung.
Trendaktien systematisch statt spontan finden
Eine Trendaktie ist nicht einfach ein Wert, der an einem Tag stark steigt. Für eine belastbare Vorauswahl sollte sich ein Aufwärtstrend über einen längeren Zeitraum zeigen. Höhere Hochs und höhere Tiefs, ein Kurs oberhalb wichtiger Durchschnittslinien und ausreichende Liquidität sind typische Merkmale. Der Screener hilft, solche Kandidaten zu sammeln; die endgültige Beurteilung erfolgt im Chart.
Beispiel für eine nachvollziehbare Filterfolge
- Wählen Sie den Markt und die Währung, die Sie tatsächlich handeln können.
- Setzen Sie einen Mindestwert für Marktkapitalisierung und Handelsvolumen.
- Filtern Sie Aktien, deren Kurs über der 50- und 200-Tage-Linie liegt.
- Begrenzen Sie die Liste auf Werte nahe ihrem 52-Wochen-Hoch.
- Sortieren Sie nach relativer Performance über drei oder sechs Monate.
Die genauen Grenzwerte hängen vom Anlagehorizont und der Risikotoleranz ab. Verwenden Sie keine scheinbar präzisen Zahlen, die Sie nicht begründen können. Ändern Sie immer nur einen Filter und beobachten Sie, wie sich die Trefferliste verändert.
Vom Treffer zur Watchlist
Öffnen Sie jeden Kandidaten im Tages- und Wochenchart. Prüfen Sie, ob der Trend gleichmäßig oder bereits stark überdehnt ist. Markieren Sie das letzte relevante Hoch, eine mögliche Unterstützungszone und den Punkt, an dem Ihre Idee widerlegt wäre. Erfassen Sie außerdem den nächsten Geschäftsbericht, weil Kurslücken das geplante Risiko verändern können.
Teilen Sie die Watchlist nach Status auf: „Beobachten“, „nahe Einstieg“ und „Setup ungültig“. Ein Alarm an einer relevanten Kurszone ist sinnvoller als tägliches manuelles Nachsehen. Unsere Alarm-Anleitung zeigt den Ablauf.
Relative Stärke richtig einordnen
Relative Stärke kann bedeuten, dass eine Aktie besser läuft als ein Vergleichsindex. Sie ist nicht identisch mit dem RSI. Vergleichen Sie einen Kandidaten mit einem passenden Markt oder Sektor und achten Sie darauf, ob die Outperformance über mehrere Wochen stabil bleibt. Eine einzelne starke Sitzung ist noch kein verlässlicher Trend.
Risikoregeln gehören zum Screening
Ein Screener findet Chancen, aber er berechnet nicht automatisch eine sinnvolle Positionsgröße. Legen Sie vor jedem Trade fest, welchen Kontoteil Sie maximal riskieren, wo die Idee ungültig wird und wie Sie auf Kurslücken reagieren. Testen Sie den kompletten Ablauf über mehrere Marktphasen mit Paper Trading. Erst ein dokumentierter Prozess macht aus einer Trefferliste eine Strategie.
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Marktphasen berücksichtigen
In einem breiten Aufwärtstrend liefert derselbe Filter häufig viele Treffer; in einer Korrektur kann die Liste fast leer sein. Das ist eine Information und kein Grund, Grenzwerte beliebig zu lockern. Vergleichen Sie die Zahl der Treffer mit dem Zustand des Gesamtmarktes und der jeweiligen Branche. Wenn nur wenige Aktien Stärke zeigen, reduzieren Sie Erwartungen und Positionsgrößen, statt schwächere Kandidaten zu erzwingen.
Zusatzprüfung: Kontrollieren Sie bei jedem Treffer Nachrichtenlage und Veröffentlichungstermine. Ein technisch starker Trend kann durch neue Unternehmensdaten abrupt unterbrochen werden. Nehmen Sie eine Aktie nur auf, wenn Sie dieses Ereignisrisiko bewusst eingeordnet haben.
