Der TradingView Aktien-Screener ist eine Suchmaschine für Wertpapiere: Sie definieren nachvollziehbare Bedingungen, erhalten eine Kandidatenliste und prüfen jeden Treffer anschließend im Chart und anhand der Unternehmensdaten. Der Screener ist kein Signalgeber und keine Kaufempfehlung.

🐹 Hamster-Regel: Der Screener erstellt die Einkaufsliste – kaufen darf er nicht.
Was das bedeutet: Filter liefern Kandidaten, keine Kaufempfehlungen. Prüfe danach Unternehmen, Chart, Liquidität und Risiko nach deinen eigenen Regeln.
Stock Screener öffnen
Öffnen Sie über „Produkte“ den Bereich „Screener“ und wählen Sie Aktien. Alternativ erreichen Sie ihn aus Supercharts über die rechte Werkzeugleiste. Beide Wege führen laut TradingView zum gleichen Werkzeug.
Schritt 1: Markt und Primärlisting wählen
TradingView startet häufig mit der lokalen Region. Wählen Sie bewusst Land oder mehrere Märkte. Aktivieren Sie „Primary listing“, wenn Zweitnotierungen und Doppelungen stören. Prüfen Sie anschließend Börse, Währung und Handelbarkeit bei Ihrem Broker.
Schritt 2: Eine klare Suchfrage formulieren
Beispiele: „Welche liquiden US-Aktien notieren in einem stabilen Aufwärtstrend?“ oder „Welche europäischen Qualitätsunternehmen wachsen profitabel?“ Je klarer die Frage, desto verständlicher werden die Filter.
Schritt 3: Filter schrittweise hinzufügen
Über das Plus oder Shift + F öffnen Sie den Filterdialog. Relevante Gruppen sind:
- Security info: Land, Sektor, Börse.
- Market data: Kurs, Volumen, Turnover, Beta.
- Technicals: gleitende Durchschnitte, RSI, Momentum, Volatilität.
- Financials: Umsatz, Gewinn, Bilanz und Cashflow.
- Growth: Wachstumsraten.
- Valuation: KGV, EV/EBITDA und weitere Multiples.
Fügen Sie Bedingungen einzeln hinzu und beobachten Sie, wie sich die Trefferzahl verändert. Ein extrem enges Ergebnis ist nicht automatisch besser.
Schritt 4: Spalten und Sortierung
Zeigen Sie nur Kennzahlen, die Ihre Suchfrage beantworten. Für einen ersten Trend-Screen können Symbol, Branche, Marktkapitalisierung, Durchschnittsvolumen, Veränderung, SMA 50 und SMA 200 reichen. Sortieren Sie bewusst, etwa nach relativer Performance oder Volumen.
Schritt 5: Screen speichern und prüfen
Speichern Sie das Filterset unter einem eindeutigen Namen. Export und Auto-Refresh können tarifabhängig sein. Öffnen Sie jeden interessanten Treffer im Chart und prüfen Sie Liquidität, Nachrichten, Quartalszahlen, Datenqualität und Risiko.
Ein einfaches Lernbeispiel
- Markt: USA oder Deutschland
- Primärlisting: an
- Marktkapitalisierung: größer als 1 Mrd.
- durchschnittliches Volumen: ausreichend für Ihren Handelsstil
- Kurs über SMA 50 und SMA 200
Die Zahlen sind ein Beispiel, keine Empfehlung. Ändern Sie immer nur einen Filter und dokumentieren Sie die Wirkung.
FAQ
Ist der TradingView Screener kostenlos?
Die Screener sind im aktuellen Funktionsvergleich auch in Basic enthalten. Zeitrahmen, Export, Auto-Refresh und weitere Kapazitäten können tarifabhängig sein.
Kann ich eigene Screens speichern?
Ja. Nach dem Konfigurieren erscheint eine Speichern-Funktion. Benennen Sie Screens nach Zweck und Markt.
Welche Aktie ist laut Screener die beste?
Das lässt sich seriös nicht aus einem Filterresultat ableiten. Der Screener reduziert die Menge; Analyse und Risikoentscheidung bleiben getrennte Schritte.
Quellen
Praxis: Nutzen Sie als Nächstes unsere Screener-Einstellungen für Trendaktien oder zurück zu TradingView lernen. Keine Anlageberatung.
Ein robuster Screener-Prozess
Beginnen Sie mit einem möglichst breiten, aber relevanten Universum. Legen Sie Region, Börse und Anlageklasse fest und schließen Sie anschließend offensichtlich ungeeignete Werte aus. Dazu gehören je nach Strategie extrem illiquide Aktien, sehr niedrige Kurse oder Unternehmen außerhalb Ihrer handelbaren Märkte. Erst danach kommen technische oder fundamentale Kriterien hinzu.
Setzen Sie Filter nacheinander. Wenn Sie zehn Bedingungen gleichzeitig aktivieren, ist später kaum erkennbar, warum ein Unternehmen ausgeschlossen wurde. Prüfen Sie nach jedem Schritt, wie viele Treffer übrig bleiben. Ein gutes Ergebnis ist keine möglichst kurze Liste, sondern eine nachvollziehbare Auswahl, die Sie anschließend im Chart kontrollieren können.
Beispiel für eine erste Aktienauswahl
- Land oder Börse passend zum eigenen Depot
- ausreichender durchschnittlicher Tagesumsatz
- Aktienkurs oberhalb eines selbst definierten Mindestwerts
- Marktkapitalisierung passend zum Risikoprofil
- Kurs über einem langfristigen gleitenden Durchschnitt
Diese Kombination ist nur ein Ausgangspunkt und keine Kaufempfehlung. Öffnen Sie jeden Treffer im Chart und kontrollieren Sie Kurslücken, Widerstände, Ergebnis-Termine und ungewöhnliche Volumenspitzen. Ein Filter kann Daten verdichten, aber nicht den Kontext einer einzelnen Aktie verstehen.
Trefferlisten sinnvoll verwalten
Übernehmen Sie interessante Werte in eine eigene Watchlist und notieren Sie den Grund für die Auswahl. Entfernen Sie Aktien, sobald die Bedingung nicht mehr gilt. Speichern Sie verschiedene Screens getrennt, beispielsweise „liquide Aufwärtstrends“ und „neue 52-Wochen-Hochs“. So bleibt klar, welche Logik hinter einer Liste steht.
Typische Fehler vermeiden
Zu enge Filter führen häufig zu einem überoptimierten Ergebnis. Achten Sie außerdem auf unterschiedliche Datenstände, Währungen und Börsenplätze. Fundamentale Kennzahlen sind rückblickend und können sich durch neue Berichte verändern. Technische Filter reagieren auf den Kurs, garantieren aber keine Fortsetzung des Trends. Prüfen Sie die Resultate daher immer manuell und testen Sie Regeln zunächst ohne Echtgeld.
Für einen trendbasierten Musterfilter lesen Sie auch Mit TradingView Trendaktien finden. Das passende Gesamtverfahren erklärt unser Anfängerleitfaden.
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Ergebnisse regelmäßig hinterfragen
Ein gespeicherter Screen sollte nicht monatelang unverändert bleiben. Kontrollieren Sie, ob Filter noch zu Ihrer Strategie, Ihrem Depot und der aktuellen Marktphase passen. Dokumentieren Sie Änderungen mit Datum und Grund. Vergleichen Sie außerdem, wie viele Treffer später tatsächlich ein sauberes Setup entwickelten. Diese Rückschau schützt davor, Kriterien nur wegen einzelner spektakulärer Gewinner zu beurteilen.
