Das optimale Anfänger-Setup ist bewusst schlicht: Candlesticks, Tageschart, Volumen und ein gleitender Durchschnitt. Damit erkennen Sie Kursstruktur, Handelsaktivität und Trend, ohne den Chart mit widersprüchlichen Signalen zu überladen.

🐹 Hamster-Regel: Ein Chart beantwortet eine Frage – er ist kein Malbuch.
Was das bedeutet: Nutze nur Indikatoren und Markierungen, die dir bei einer konkreten Entscheidung helfen. Mehr Farben bedeuten nicht automatisch mehr Information.
1. Das richtige Symbol wählen
Öffnen Sie die Symbolsuche und prüfen Sie Name, Ticker, Börse und Währung. Dieselbe Aktie kann an mehreren Börsen gehandelt werden. Für Analysen sollte die Datenquelle möglichst zu dem Markt passen, an dem Sie tatsächlich handeln.
2. Candlesticks einstellen
Wählen Sie oben den Charttyp „Kerzen“. Jede Kerze zeigt Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss eines Intervalls. Grüne und rote Farben sind üblich, aber nicht vorgeschrieben. Wichtig ist ein hoher Kontrast und eine Darstellung, die Sie dauerhaft gleich verwenden.
3. Zeitintervall passend zur Strategie
- Monat/Woche: langfristiger Kontext und große Trends.
- Tag: guter Ausgangspunkt für Aktien und Swing-Setups.
- Stunde und kürzer: nur, wenn Strategie, Daten und Zeitbudget dazu passen.
Analysieren und handeln Sie nicht beliebig zwischen Zeitebenen. Ein einfacher Ablauf: Wochenchart für die Richtung, Tageschart für das Setup.
4. Preis- und Zeitskala
TradingView bietet reguläre und logarithmische Skalen. Die logarithmische Skala stellt gleiche prozentuale Veränderungen gleich groß dar und kann bei langen Zeiträumen sinnvoll sein. Verwenden Sie für Analyse und Entscheidung dieselbe Skala. Prüfen Sie außerdem Zeitzone und reguläre beziehungsweise erweiterte Handelszeiten.
5. Nur zwei Werkzeuge zum Start
Volumen zeigt die gehandelte Aktivität. Ein SMA 50 oder EMA 20 dient als Trendfilter. Der SMA reagiert ruhiger, der EMA stärker auf jüngste Kurse. Beide sind Hilfsmittel, keine eigenständigen Kauf- oder Verkaufssignale.
6. Ereignisse und Statuszeile
Blenden Sie bei Aktien Quartalszahlen, Dividenden und Splits ein, wenn diese für Ihre Analyse relevant sind. In der Statuszeile genügen Symbol, Börse und OHLC-Werte. Entfernen Sie Informationen, die keine Entscheidung beeinflussen.
7. Layout speichern
Speichern Sie das Setup als eigenes Layout, zum Beispiel „Aktien Tageschart“. Ein Layout merkt sich Chart-Einstellungen, Indikatoren und Zeichnungen. Watchlists und Alarme gehören laut TradingView nicht zum Layout. Vermeiden Sie parallele Änderungen desselben Layouts in mehreren Tabs.
Beispiel-Checkliste
- Passende Börse gewählt?
- Candlestick und Tagesintervall aktiv?
- Reguläre oder erweiterte Handelszeit bewusst gewählt?
- Skala passend und nicht versehentlich fixiert?
- Nur Volumen plus ein Trendfilter?
- Layout gespeichert?
FAQ
Welche Farben sind am besten?
Die, die Sie eindeutig und barrierearm unterscheiden können. Die Farbauswahl beeinflusst nicht die Analyse.
Logarithmisch oder linear?
Für kurze Zeiträume reicht linear häufig. Bei mehrjährigen Charts und großen Kursbewegungen macht logarithmisch prozentuale Veränderungen besser vergleichbar.
Wie viele Indikatoren braucht ein Anfänger?
Oft zwei: Volumen und ein Trendfilter. Ein weiterer Indikator sollte nur ergänzt werden, wenn er eine neue Frage beantwortet.
Quellen
Weiter: Indikatoren verstehen oder zurück zum Hub TradingView lernen. Keine Anlageberatung.
Das Setup Schritt für Schritt prüfen
Beginnen Sie mit dem richtigen Symbol und kontrollieren Sie Börsenplatz, Währung und Handelszeiten. Stellen Sie danach einen Zeitrahmen ein, der zu Ihrer Entscheidung passt. Für mittel- bis langfristige Aktienideen sind Tages- und Wochenchart meist aussagekräftiger als sehr kurze Intervalle. Zeichnen Sie zunächst nur übergeordnete Hochs, Tiefs sowie offensichtliche Unterstützungs- und Widerstandsbereiche ein.
Wählen Sie anschließend eine ruhige Farbgestaltung mit gutem Kontrast. Steigende und fallende Kerzen müssen eindeutig unterscheidbar sein; grelle Hintergründe oder zu viele Linien erschweren die Wahrnehmung. Blenden Sie Kurslinie, Vor- und Nachbörse oder Ereignissymbole nur ein, wenn sie für Ihre Analyse relevant sind. Speichern Sie die Vorlage, bevor Sie weitere Änderungen testen.
Beispiel für ein einfaches Trend-Layout
- Tageschart mit Candlesticks
- 200-Tage-Linie zur Einordnung des langfristigen Trends
- 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Verlauf
- Volumen unterhalb des Hauptcharts
- horizontale Zonen für wichtige Hochs und Tiefs
Dieses Setup liefert keine Kauf- oder Verkaufssignale. Es beantwortet aber wichtige Vorfragen: Befindet sich der Kurs über oder unter langfristigen Durchschnittslinien? Steigt das Volumen bei Ausbrüchen? Ist bis zum nächsten Widerstand ausreichend Platz? Erst danach sollte eine konkrete Handelsregel geprüft werden.
Ordnung durch mehrere Vorlagen
Trennen Sie unterschiedliche Aufgaben. Eine Vorlage kann für die schnelle Watchlist-Prüfung dienen, eine zweite für die detaillierte Analyse und eine dritte für Paper Trading. Vermeiden Sie es, jedes Mal Farben, Intervalle und Indikatoren neu zusammenzustellen. Ein standardisierter Chart verbessert die Vergleichbarkeit zwischen Aktien.
Monatlicher Qualitätscheck
Entfernen Sie Linien und Indikatoren, die keine Entscheidung beeinflussen. Prüfen Sie gespeicherte Layouts auf veraltete Zeichnungen und kontrollieren Sie, ob Ihre Standardbörse noch passt. Je aufgeräumter das Chartbild, desto leichter erkennen Sie, ob eine Idee wirklich Ihren Regeln entspricht. Vertiefend helfen unsere Beiträge zu Indikatoren und Alarmen.
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Chartkontrolle vor jeder Analyse
Kontrollieren Sie oben links immer Symbol, Börsenplatz und Intervall. Prüfen Sie danach, ob Dividenden, Splits oder angepasste Kursdaten die Darstellung beeinflussen. Bei ungewöhnlichen Kurslücken lohnt ein Vergleich mit einer zweiten verlässlichen Quelle. Speichern Sie wichtige Zeichnungen nicht nur visuell, sondern notieren Sie kurz ihre Bedeutung. Eine Linie ohne dokumentierten Zweck wird später schnell falsch interpretiert.
Praxis-Tipp: Verwenden Sie für vergleichbare Analysen immer dieselbe Skalierung und zoomen Sie nicht so weit hinein, dass der übergeordnete Trend verschwindet. Ein kurzer Blick auf den Wochenchart verhindert viele Fehlinterpretationen.
