Du siehst einen Kurs im Chart, gibst eine Order auf – und das Ergebnis entspricht nicht deiner Erwartung. Vielleicht wurde zu einem anderen Preis gekauft. Vielleicht bleibt die Order offen, obwohl die Kerze dein Kursniveau berührt hat.

Häufig liegt das an unterschiedlichen Preisarten oder an der gewählten Order. Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Eingaben gezielter kontrollieren.

Vier Orderarten im Vergleich

Orderart Grundidee Entscheidende Grenze
Market Zum verfügbaren Marktpreis handeln Kein fest zugesicherter Ausführungspreis
Limit Nur zum festgelegten Preis oder besser handeln Ausführung kann ausbleiben
Stop-Market Nach Erreichen eines Auslösers eine Market-Order aktivieren Stop-Preis ist keine Preisgarantie
Stop-Limit Nach Erreichen eines Auslösers eine Limit-Order aktivieren Trotz Auslösung kann die Position offen bleiben

Bei einer Kauf-Limit-Order ist das Limit der höchste akzeptierte Kaufpreis. Bei einer Verkaufs-Limit-Order ist es der niedrigste akzeptierte Verkaufspreis. Der zuletzt gehandelte Kurs ist dagegen nicht automatisch der Preis, den eine neue Market-Order erhält. Diese Grundlagen beschreibt die SEC-Anlegerinformation zu Orderarten.

Beispiel: Du möchtest höchstens 50 Euro bezahlen

Eine frei erfundene Aktie wird zuletzt zu 49,95 Euro gehandelt. Im Orderticket liegt das aktuelle Verkaufsangebot bei 50,10 Euro.

Mit einer Market-Kauforder bestimmst du keinen Höchstpreis. Eine Kauf-Limit-Order bei 50 Euro legt dagegen fest, dass du nicht mehr als diesen Betrag je Aktie bezahlen möchtest. Gibt es kein passendes Angebot, bleibt die Order möglicherweise unausgeführt.

Das Limit ist also keine Zusage, dass der Kauf stattfinden wird. Es beschreibt die Preisbedingung, unter der er stattfinden darf. Gebühren sind zusätzlich zu berücksichtigen.

Ein Stop schützt nicht vor jeder Kurslücke

Angenommen, du hältst eine Aktie und setzt einen Verkaufs-Stop bei 48 Euro. Nach einer Nachricht eröffnet der Markt deutlich darunter.

Bei einem gewöhnlichen Stop-Market kann der Verkauf nach der Auslösung zu einem niedrigeren verfügbaren Preis erfolgen. Ein Stop-Limit setzt zusätzlich eine Preisgrenze. Diese kann allerdings dazu führen, dass überhaupt kein Verkauf zustande kommt.

Auch die Frage, welcher Kurs den Stop auslöst, hängt von den Regeln des Brokers beziehungsweise Handelsplatzes ab. Diese Bedingungen gehören zur Prüfung der Order. Siehe dazu die SEC-Erläuterung zu Stop und Stop-Limit.

Beispiel: Ausgelöst, aber nicht verkauft

Du verwendest in einem Übungsszenario einen Verkaufs-Stop bei 48 Euro und ein Verkaufslimit bei 47,80 Euro.

Fällt der Markt unmittelbar auf 47 Euro, kann die Stop-Bedingung erfüllt sein. Die entstandene Limit-Order erlaubt jedoch keinen Verkauf unter 47,80 Euro. Ohne passenden Käufer kann sie offen bleiben.

Preisgrenze und Ausführung sind verschiedene Dinge: Ein ausgelöster Stop-Limit-Auftrag kann wegen fehlender Liquidität oder einer Kurslücke unausgeführt bleiben. Außerdem muss der angebundene Broker diese Orderart unterstützen. Die TradingView-Hilfe zu Stop-Limit-Orders erläutert den Ablauf.

Warum die Chartkerze allein nicht genügt

Prüfe, welchen Preis dein Chart zeigt und welche Daten der Broker für die Ausführung verwendet.

Ein konkretes Beispiel aus der TradingView-Hilfe betrifft FOREX.com: Dort können Charts auf einem Mittelkurs basieren, während die Ausführung anhand von Geld- und Briefkurs erfolgt. Das Berühren einer Linie im Chart beantwortet daher nicht allein die Frage, ob die Order hätte ausgeführt werden müssen. Quelle: TradingView zu Chart- und Ausführungspreisen bei FOREX.com.

Diese konkrete Erklärung solltest du nicht ungeprüft auf jedes Symbol übertragen. Bei anderen Instrumenten können Datenquelle, Handelsplatz oder Ausführungsregeln anders sein. Weitere Grundlagen findest du im Ratgeber zu abweichenden und verzögerten TradingView-Kursen.

So untersuchst du eine unerwartete Ausführung

Ändere nicht sofort mehrere Einstellungen. Halte zunächst fest:

  1. Welches Instrument und welcher Handelsplatz waren ausgewählt?
  2. War es ein Kauf oder Verkauf?
  3. Welche Orderart wurde tatsächlich bestätigt?
  4. Welche Menge, Preisgrenze und Gültigkeit standen im Auftrag?
  5. Welcher Status erscheint in der Orderhistorie?
  6. Welche Ausführung beziehungsweise Teilausführung ist dokumentiert?
  7. Welche Uhrzeit und Zeitzone zeigen Chart und Abrechnung?

Mit diesen Angaben lässt sich eine Supportanfrage genauer formulieren als mit einem unbeschrifteten Chartbild. Entferne persönliche Kontoangaben aus Bildern, die du öffentlich teilst.

Erst Bedienung verstehen, dann automatisieren

TradingView weist darauf hin, dass bei aktiviertem One-Click-Trading Aufträge ohne die übliche Vorschau gesendet werden können. Prüfe deshalb bewusst, welche Bestätigungseinstellungen du verwendest. Die offizielle Anleitung zum Orderticket beschreibt diese Unterscheidung.

Für eine Lernübung kannst du unterschiedliche Orderarten zunächst im Paper Trading beobachten. Notiere vor jeder Übung deine Erwartung und vergleiche sie anschließend mit dem angezeigten Ergebnis. Eine Simulation bildet jedoch nicht jede reale Ausführungssituation ab.

Passend dazu: Prüfe mit unserer Anleitung zur Positionsgröße, wie Stückzahl und Stop-Abstand zusammenhängen. Nutze anschließend einen dokumentierten Paper-Trading-Test.

Dieser Beitrag erklärt grundlegende Mechanismen und dient der Weiterbildung. Welche Orderarten und Bedingungen verfügbar sind, bestimmt die konkrete Broker- und Produktkonfiguration. Trading kann zu erheblichen Verlusten führen.