Der Router blinkt, das Telefon klingelt, das Tablet zeigt die Fotos der Enkel. Alles läuft. Nur der Vertrag dahinter stammt oft noch aus einer Zeit, als „Internet“ ein kleines Extra zum Festnetz war. Und genau diese alten Verträge sind häufig teurer als nötig, weil Rabatte längst ausgelaufen sind und die Preise still gestiegen sind.

Dieser Beitrag ist für dich, wenn du im Ruhestand bist und wissen willst, ob dein Internet- und Telefonvertrag noch passt. Und für erwachsene Kinder, die den Vertrag der Eltern mal gemeinsam durchgehen wollen. Der Hamster hat die Zahlen mit Quelle und Datum zusammengestellt, ganz ohne Technik-Kauderwelsch.

Kurz beantwortet: Viele Internettarife werden nach der Mindestlaufzeit deutlich teurer. Laut Verivox (Juli 2026) zahlen Bestandskunden mit langsamen 16-Mbit-Tarifen im Schnitt rund 41 € im Monat, während Neukunden für 100 Mbit/s im Schnitt rund 31 € zahlen. 83 % könnten beim Wechsel in einen mindestens gleichwertigen Tarif sparen, im Schnitt rund 20 € im Monat. Nach der Mindestlaufzeit ist der Vertrag mit einem Monat Frist kündbar, die Rufnummer kann mit. Einen Überblick gibt der ☞ DSL- und Internetvergleich.

Internet ist auch im Ruhestand Alltag

Wer glaubt, Internet sei nur etwas für Junge, irrt. Laut Statistischem Bundesamt waren 2025 87 % der 65- bis 74-Jährigen in den letzten drei Monaten online. Und sie nutzen das Netz ganz praktisch. Nach den Destatis-Daten zu Internetaktivitäten 2025 (Stand 23.09.2026) haben in dieser Altersgruppe 65 % online nach Informationen über Waren und Dienstleistungen gesucht und die Hälfte Online-Banking genutzt. Dazu kommen E-Mails, Videoanrufe mit der Familie, Mediathek und Nachrichten.

Entsprechend fließt Geld in den Anschluss. Haushalte von Nichterwerbstätigen, darunter vor allem Rentnerhaushalte, gaben laut Destatis (Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024) im Schnitt rund 110 € im Monat für Information und Kommunikation aus. Darin stecken neben Internet und Telefon zum Beispiel auch Geräte und Rundfunk. Ein Teil davon lässt sich mit einem Vertrags-Check oft spürbar senken.

Warum alte Verträge oft zu teuer sind

Das Prinzip ist simpel: Anbieter locken Neukunden mit Rabatten für die ersten Monate. Nach der Mindestlaufzeit fallen diese weg. Eine Verivox-Analyse (September 2024) von 266 Tarifen ergab, dass 92 % der Tarife nach 24 Monaten teurer werden, im Schnitt um 53 %. Über 40 Tarife wurden sogar doppelt so teuer, bei gleicher Leistung.

Besonders ärgerlich für Wenig-Surfer: Ein kleiner Tarif ist längst nicht automatisch günstig. Die aktuelle Verivox-Studie vom 14.07.2026 zeigt:

TarifDurchschnittlicher Preis pro Monat
Bestandskunde, 16 Mbit/srund 41 €
Bestandskunde, 50 Mbit/srund 43 €
Neukunde, 16 Mbit/s (erste 24 Monate)34,20 €
Neukunde, 100 Mbit/s (erste 24 Monate)30,53 €

Quelle: Verivox, Stand 14.07.2026. Grundlage sind über Verivox abgeschlossene Verträge, deren Mindestlaufzeit zwischen März und August 2026 endete. Neukundenpreise Stand 31.05.2026, ohne Hardwarekosten.

Laut derselben Studie könnten 83 % der Kundinnen und Kunden beim Wechsel in einen mindestens gleichwertigen Tarif sparen, im Schnitt 20,24 € im Monat oder rund 486 € über zwei Jahre. Bei kleinen Tarifen zwischen 16 und 50 Mbit/s lag die Ersparnis bei rund 17 bis 19 € im Monat. Das ist kein Versprechen für deinen Einzelfall, zeigt aber, dass sich ein Blick lohnen kann.

Schritt 1: Den eigenen Vertrag verstehen

Hol dir die letzte Rechnung und, falls zur Hand, die Vertragsunterlagen. Diese Fragen klären das meiste:

  • Was zahle ich im Monat? Inklusive Router-Miete und Zusatzoptionen.
  • Seit wann läuft der Vertrag? Ist die Mindestlaufzeit vorbei, ist er nach § 56 TKG mit einem Monat Frist kündbar.
  • Welche Geschwindigkeit ist vereinbart? Und welche brauchst du wirklich für E-Mail, Videotelefonie mit den Enkeln und Mediathek?
  • Brauche ich Telefon-Flatrates? Festnetz-Flat ist heute in vielen Paketen enthalten. Teure Extras für Auslandstelefonie oder Mobilfunknummern lohnen sich nur, wenn du sie nutzt.

Übrigens: Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen muss dein Anbieter dich einmal im Jahr darüber informieren, ob es bei ihm einen günstigeren oder besser passenden Tarif gibt. Wirf einen Blick in deine Post oder dein Kundenportal.

☞ Hier geht’s zum Internet-VergleichDSL-, Kabel- und Glasfasertarife an deiner Adresse vergleichen

Schritt 2: Vergleichen, aber richtig

Ein Vergleich ist schnell gemacht: Adresse eingeben, gewünschte Geschwindigkeit wählen, fertig. Damit am Ende nicht nur der Lockpreis zählt, achte auf diese Punkte:

  • Gesamtkosten über die Laufzeit: Die Verbraucherzentrale rät, die Kosten über die gesamte Mindestlaufzeit zu vergleichen, inklusive Anschlussgebühr und Router.
  • Preis nach der Mindestlaufzeit: Notiere dir, was der Tarif ab Monat 25 kostet, und trag dir den Termin in den Kalender ein.
  • Laufzeit: Anbieter müssen laut Verbraucherzentrale auch Verträge mit höchstens 12 Monaten Laufzeit anbieten. Die sind manchmal etwas teurer, dafür flexibler.
  • Router: Kaufen, mieten oder den vorhandenen weiter nutzen? Die Miete läuft oft unauffällig mit.
  • Service: Wer Wert auf Hilfe am Telefon oder vor Ort legt, sollte das in die Entscheidung einbeziehen.

Unser Hamster-Tipp: Nicht automatisch die kleinste Geschwindigkeit nehmen. Wie die Verivox-Zahlen zeigen, ist ein schnellerer Neukundentarif mitunter günstiger als der langsame. Mehr Technik-Hintergrund zu Bandbreite und Ausfallsicherheit findest du in unserem Beitrag Internet für Trader, der ist auch für Nicht-Trader verständlich.

Schritt 3: Wechseln ohne Funkloch

Die größte Sorge beim Wechsel ist meist: „Bin ich dann tagelang ohne Telefon?“ Dafür gibt es klare Regeln. Nach § 59 TKG leitet der neue Anbieter den Wechsel, und der Dienst darf dabei nicht länger als einen Arbeitstag unterbrochen werden. Auch die Rufnummer kannst du mitnehmen. Die Nummer, die Familie und Freunde seit Jahrzehnten kennen, bleibt also.

So geht der Wechsel in der Praxis:

  • Neuen Tarif auswählen und angeben, dass du die Rufnummer mitnehmen möchtest
  • Der neue Anbieter kündigt in der Regel für dich beim alten (prüf das in der Bestellung)
  • Termin für die Umschaltung notieren, neuen Router rechtzeitig anschließen
  • Geräte prüfen, die am Telefonanschluss hängen, zum Beispiel ein Hausnotruf: Frag vorher beim Anbieter des Geräts nach, ob es mit dem neuen Anschluss funktioniert
  • Alte Router-Miete beenden und gemietete Geräte zurückschicken

Wenn der Anbieter die Preise erhöht

Bekommst du einen Brief mit höheren Preisen, musst du das nicht einfach hinnehmen. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen muss die Änderung ein bis zwei Monate vorher angekündigt werden. Ändert der Anbieter den Vertrag einseitig zu deinem Nachteil, kannst du in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Mitteilung außerordentlich kündigen (§ 57 TKG). Ein guter Moment, um zu vergleichen.

Wenn das Internet zu langsam ist

Bezahlst du für eine Geschwindigkeit, die nie ankommt? Dann hast du Rechte. Laut Verbraucherzentrale kannst du bei erheblichen, regelmäßigen Abweichungen die Zahlung mindern oder kündigen. Den Nachweis führst du mit der offiziellen Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Fällt der Anschluss komplett aus und wird nicht rechtzeitig repariert, steht dir ab dem dritten Tag eine Entschädigung zu. Ein Wechsel ist manchmal die einfachste Lösung, wenn an deiner Adresse ein besserer Anschluss verfügbar ist.

☞ Jetzt Internettarife vergleichenKostenlos prüfen, was an deiner Adresse verfügbar ist

Was ist mit dem Handy?

Viele Rentnerinnen und Rentner haben inzwischen neben dem Festnetz auch ein Smartphone. Auch alte Handyverträge lohnen einen Blick, nach dem gleichen Prinzip: Was zahle ich, was nutze ich, was kostet ein vergleichbarer Tarif heute? Und wer gerade dabei ist, Fixkosten zu sortieren: Ab 65 lohnt auch ein Blick auf die Kfz-Versicherung ab 65 und auf ein günstiges Girokonto. Weitere Spartipps sammeln wir auf der Seite Geld sparen.

FAQ: Internet und Telefon für Senioren

Kann ich meinen alten Internetvertrag jederzeit kündigen?

Ist die erste Mindestlaufzeit vorbei und hat sich der Vertrag stillschweigend verlängert, kannst du laut § 56 Telekommunikationsgesetz jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen. Bei Verträgen innerhalb der Mindestlaufzeit gilt das Vertragsende.

Behalte ich bei einem Wechsel meine Festnetznummer?

In der Regel ja. Die Rufnummernmitnahme ist im Telekommunikationsgesetz geregelt und wird vom neuen Anbieter organisiert. Gib beim Wechsel an, dass du deine Nummer mitnehmen möchtest.

Bin ich beim Wechsel tagelang ohne Telefon?

Das soll nicht passieren. Nach § 59 TKG darf der Dienst beim Anbieterwechsel nicht länger als einen Arbeitstag unterbrochen werden, der neue Anbieter leitet den Wechsel.

Mein Anbieter erhöht die Preise. Was kann ich tun?

Bei einer einseitigen Vertragsänderung zu deinem Nachteil hast du laut Verbraucherzentrale in der Regel ein Sonderkündigungsrecht innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Mitteilung. Die Details stehen in § 57 TKG und im Schreiben deines Anbieters.

Brauche ich als Wenig-Surfer überhaupt einen schnellen Tarif?

Nicht unbedingt. Aber laut Verivox (Juli 2026) sind langsame Tarife oft kaum günstiger als schnellere, für Neukunden teils sogar teurer. Vergleiche deshalb den Preis, nicht nur die Geschwindigkeit.

Fazit

Ein alter Internet- und Telefonvertrag ist wie ein Hamsterrad, das sich von allein weiterdreht: Es läuft, aber oft teurer als nötig. Die Rechtslage ist verbraucherfreundlich: Nach der Mindestlaufzeit bist du monatlich raus, die Nummer zieht mit um und der Wechsel darf höchstens einen Arbeitstag Unterbrechung bringen. Nimm dir mit der letzten Rechnung eine halbe Stunde Zeit, gern zusammen mit Kindern oder Enkeln. Wenn der Vergleich nichts Besseres findet, weißt du wenigstens sicher, dass dein Vertrag passt.

Quellen

Keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind dein Vertrag und die Bedingungen deines Anbieters. Stand: November 2026.

☞ = Affiliate-Link (Werbung). Schließt du darüber ab, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich nichts.

GRATIS FÜR NEWSLETTER-ABONNENTEN

Deine TradingView-Checkliste für Trendaktien

Trendfolge für Berufstätige nach dem Hamster-Prinzip: wenige Regeln, wenige Werkzeuge, keine Glaskugel. 🐹 Meine Checkliste mit 8 Schritten, die ich vor jedem Trade abhake – Screener, Chart-Check, Alarm, Positionsgröße, Stop – als PDF zum Ausdrucken. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.

Anschließend bitte den Link in der Bestätigungsmail anklicken. Keine Anlageberatung und keine Gewinnversprechen.