Bild: Trendaktienhamster erklärt den Pine-Screener-Workflow. KI-generierte, schematische Illustration; kein TradingView-Screenshot.

Du hast einen Indikator, der deine Suchfrage gut beantwortet, möchtest aber nicht jeden Chart einzeln öffnen? Der TradingView Pine Screener kann daraus eine Vorauswahl für deine Watchlist machen. Entscheidend ist, dass dein Skript auswertbare Ergebnisse liefert und du jeden Treffer anschließend prüfst. Eine Trefferliste ersetzt keine Handelsentscheidung.

Affiliate-Hinweis: Die mit * gekennzeichneten TradingView-Links sind Affiliate-Links. Bei einem kostenpflichtigen Abschluss kann Trendaktienhamster eine Provision erhalten. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Zum Einstieg kannst du TradingView öffnen* und den Funktionszugang deines Kontos prüfen. Gehe nicht davon aus, dass jede Spezialfunktion im kostenlosen Tarif enthalten ist.

Was unterscheidet den Pine Screener vom Aktien-Screener?

Der Aktien-Screener arbeitet mit vorgegebenen Kennzahlen und Filtern. Beim Pine Screener kannst du eigene technische Indikatoren nutzen. Diese Abgrenzung beschreibt TradingView im Screener-Überblick. Die Ergebnisspalten stammen aus den Ausgaben des ausgewählten Skripts; Voraussetzungen nennt die offizielle Funktionsübersicht.

Für eine breite fundamentale Vorauswahl passt unser Leitfaden zum Aktien-Screener. Sobald du eine eigene technische Regel prüfen möchtest, wird der Pine Screener interessant. Halte beide Aufgaben auseinander: Unternehmen auswählen und ein bestimmtes Chartmerkmal suchen sind unterschiedliche Arbeitsschritte.

Die aktuelle Oberfläche: Watchlists und Indizes

Mit dem im September 2026 beschriebenen Update kamen Indizes als Symbolquelle hinzu. Außerdem lässt sich der bekannte Indikatorendialog direkt verwenden; das vorherige Speichern als Favorit ist keine notwendige Vorbereitung mehr. Quelle, Zeitintervall und Eingaben solltest du trotzdem bewusst kontrollieren. Details nennt die offizielle Update-Ankündigung.

Starte für deinen ersten Versuch mit einer kleinen, übersichtlichen Liste. Unsere Anleitung zum Erstellen einer TradingView-Watchlist hilft bei der Organisation. Zehn bekannte Symbole sind zum Lernen leichter zu kontrollieren als mehrere Hundert unbekannte Werte.

Praxis: einen eigenen Trendabstand messen

Eine konkrete Lernfrage lautet: „Welche Aktien meiner Liste liegen über ihrem Durchschnitt der letzten 50 Kerzen, und steigt dieser Durchschnitt?“ Das ist eine Beobachtungsregel, keine Kaufempfehlung. Sie verrät beispielsweise nichts über Bewertung oder bevorstehende Quartalszahlen.

Dieser bewusst einfache Beispielindikator liefert zwei numerische Ausgaben mit plot(). Die Funktion ist in der offiziellen Plot-Dokumentation erklärt:

//@version=6
indicator("TAH Lernbeispiel Trendabstand", overlay=false)
length = input.int(50, "SMA-Laenge", minval=2, maxval=200)
smaValue = ta.sma(close, length)
distance = 100 * (close / smaValue - 1)
rising = smaValue > smaValue[1] ? 1 : 0
plot(distance, "Abstand zum SMA in Prozent")
plot(rising, "SMA steigt: 1=ja, 0=nein")

Speichere den Code im Pine Editor und füge ihn zunächst einem normalen Kerzenchart hinzu. Prüfe dort, ob die Werte deine Regel nachvollziehbar darstellen. Die Länge zählt Kerzen: Im Tageschart bedeutet 50 etwas anderes als im Stundenchart. Das Beispiel wurde für diesen Artikel formuliert; es behauptet keine getestete Handelsleistung.

Der Abstand wird als Prozentwert ausgegeben. Bei einem Schlusskurs von 105 und einem SMA von 100 beträgt er fünf Prozent. Der zweite Wert prüft nur, ob der aktuelle Durchschnitt höher liegt als eine Kerze zuvor. Das ist eine sehr einfache Definition von „steigend“, kein Nachweis eines stabilen Trends.

Den Scan einrichten und Ergebnisse kontrollieren

Öffne über Produkte den Bereich Screener und wähle Pine. Danach arbeitest du in dieser Reihenfolge:

  1. Wähle deine vorbereitete Watchlist als Quelle.
  2. Suche den gespeicherten Beispielindikator im Indikatorendialog.
  3. Stelle das Intervall für diesen Lernversuch auf einen Tag.
  4. Filtere den Prozentabstand auf größer als null und „SMA steigt“ auf gleich eins.
  5. Starte den Scan und öffne anschließend einzelne Treffer im Chart.

Vergleiche denselben Börsenplatz, dasselbe Intervall und dieselbe SMA-Länge. Prüfe sowohl einen Treffer als auch einen ausgeschlossenen Titel. So bemerkst du leichter, ob du die Regel wirklich verstanden hast. Notiere Scanzeitpunkt und Eingaben, damit die Auswahl später nachvollziehbar bleibt.

Nach Änderungen an Quelle, Skript, Eingaben, Intervall oder Filtern ist ein neuer Scan erforderlich. Diese Bedienlogik und die Ausgabebedingungen sind in den Screener-Anforderungen dokumentiert.

Für den eigenen Versuch kannst du TradingView samt verfügbarer Kontofunktionen ansehen*. Ein Abo lohnt sich erst, wenn ein konkreter Arbeitsablauf die Funktion benötigt.

Grenzen, die du vor einem Einsatz kennen solltest

Laut TradingView arbeitet ein Screen mit einem Indikator und den letzten 500 Kerzen. Eigene Zeitintervalle werden nicht unterstützt; zusätzliche Datenabfragen über request.*() sind begrenzt. Strategien und reine Zeichnungen ersetzen keine geeigneten Indikatorausgaben. Prüfe bei komplexeren Skripten die aktuelle Anforderungsliste.

Bei Abweichungen zum Chart untersuche zunächst Symbol und Datenstand, danach Eingaben und verfügbare Historie. Ein Unterschied ist ein Anlass zur Fehlersuche, kein Beleg für eine bessere Handelschance. Bewahre auch leere Ergebnisse auf: Vielleicht ist deine Regel gerade schlicht nicht erfüllt.

Werte einer laufenden Kerze können sich ändern. Das erläutert TradingView unter Repainting. Für einen Lernvergleich sind abgeschlossene Kerzen übersichtlicher. Wiederhole den Scan nach Handelsschluss und dokumentiere, welche zuvor sichtbaren Kandidaten verschwunden sind.

FAQ zum TradingView Pine Screener

Muss ich einen eigenen Indikator veröffentlichen?

Nein. Die aktuelle Skriptauswahl umfasst auch eigene Skripte. Für dieses Lernbeispiel genügt das Speichern; eine öffentliche Veröffentlichung ist kein notwendiger Schritt.

Kann ich mehrere Bedingungen gemeinsam prüfen?

Ja, sofern dein ausgewählter Indikator die benötigten Ausgaben bereitstellt. Im Beispiel sind es Abstand und Steigungszustand. Beginne mit wenigen Bedingungen, deren Bedeutung du erklären kannst.

Warum wird ein Skript nicht angeboten oder läuft nicht?

Prüfe zuerst seine Ausgaben und die Screener-Kompatibilität. Die Auswahl kann erkennbare Probleme anzeigen; trotzdem können später Laufzeitfehler auftreten. Ein funktionierender Chartindikator ist deshalb noch kein erfolgreicher Screener-Test.

Ist ein Treffer ein Einstiegssignal?

Er erfüllt zunächst nur deinen Filter. Nachrichten, Liquidität, Kursstruktur und ein Risikoplan fehlen noch. Überführe Kandidaten erst nach dieser Prüfung in einen dokumentierten Lernversuch.

Risikohinweis

Dieser Beitrag dient der Weiterbildung und ist keine individuelle Anlageberatung. Filter und Indikatoren können falsche oder verspätete Eindrücke vermitteln. Börsenhandel kann erhebliche Verluste verursachen; vergangene Ergebnisse und Simulationen garantieren keine künftigen Gewinne.

Weiterführende Anleitungen

Quellenstand: 4. Oktober 2026. Offizielle Quellen sind direkt bei den jeweiligen Erläuterungen verlinkt.

TRENDAKTIENHAMSTER · NEWSLETTER

Wissen statt Börsenlärm.

TradingView-Praxistipps, neue Anleitungen und ausgewählte Angebote für Börsenwerkzeuge direkt von René. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Anschließend bitte den Link in der Bestätigungsmail anklicken. Keine Anlageberatung und keine Gewinnversprechen.