Werbung: Mit * markierte Links sind Affiliate- bzw. Partnerlinks. Wenn du darüber etwas abschließt, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Kurz beantwortet: Einen Trailing Stop Loss setzt du bei comdirect im Persönlichen Bereich über „Order“ → „Order erteilen“. Du wählst dein Wertpapier, „Verkauf“, die Stückzahl und einen Handelsplatz, dann den Ordertyp „Trailing Stop Loss“. Anschließend trägst du zwei Werte ein: den initialen Stop-Wert und den Trailing-Abstand in Euro oder Prozent. Steigt der Kurs, zieht die Börse den Stop automatisch nach. Fällt er, bleibt der Stop stehen. Wird er erreicht oder unterschritten, wird verkauft, und zwar zum nächsten Kurs. Börslich geht das laut comdirect an Frankfurt, gettex, Quotrix, Stuttgart, Tradegate und Xetra.

Unten findest du die Details aus der offiziellen comdirect-Produktbeschreibung, drei Rechenbeispiele und die Fallstricke, an denen ich in über 30 Jahren Börse selbst schon hängen geblieben bin.

Stand: Oktober 2026. Grundlage sind die comdirect-Seiten zu Ordermaske, Komfortorders, LiveTrading und Konditionen sowie die „Produktbeschreibung Trailing Stop“ (Stand 07/24). Die Menübezeichnungen können sich mit Updates ändern.

Was ein Trailing Stop Loss macht

Ein normaler Stop Loss steht fest. Kaufst du eine Aktie bei 100 € und setzt den Stop auf 90 €, bleibt er dort, egal ob die Aktie auf 130 € steigt. Beim Trailing Stop Loss wandert der Stop mit. comdirect beschreibt es so: automatisches Nachziehen der Stop-Loss-Marke bei Kurssteigerungen im Rahmen des gesetzten Trailing-Abstands. Bei fallenden Kursen bleibt die Stop-Loss-Begrenzung bestehen und wird nicht angepasst.

Laut Produktbeschreibung gibt es zwei zentrale Elemente:

  1. Der Stop-Wert: Er löst den Verkauf aus, sobald der Kurs ihn erreicht oder unterschreitet.
  2. Der Trailing-Abstand: Er bestimmt, wie weit unter dem jeweils höchsten Kurs der Stop nachgezogen wird. Die Anpassung erfolgt immer nur nach oben.

Das Gegenstück für Käufe heißt Trailing Stop Buy: Hier wird die Stop-Buy-Marke bei fallenden Kursen nach unten nachgezogen. In diesem Beitrag geht es um die Verkaufsseite.

🐹 Hamster-Regel: Ein Trailing Stop sichert ab, er garantiert nichts.

Wird der Stop ausgelöst, wird daraus eine unlimitierte Verkaufsorder. Bei einer Kurslücke über Nacht kann der Verkaufskurs deutlich unter deinem Stop liegen. Plane das in deiner Positionsgröße ein.

Vorher klären: Freischaltung und Ordertypen

comdirect zählt den Trailing Stop zu den Komfortorders. Im comdirect-Magazin heißt es, dass du diese Funktion vor der ersten Nutzung online freischalten musst. Die genaue Produktbeschreibung und die Nutzungsbedingungen werden dir in der Ordermaske angezeigt. Der Service ist laut comdirect kostenlos.

Laut comdirect-Ordermaske gibt es außerdem diese Ordertypen, die du kennen solltest:

Ordertyp Kurz erklärt (laut comdirect)
Unlimitiert (billigst/bestens) Ausführung zum nächstmöglichen Kurs
Limit Kauf nicht über, Verkauf nicht unter deinem Preis
Stop Loss Verkauf zum nächstmöglichen Kurs, sobald die Stop-Marke erreicht oder unterschritten wird
Stop-Loss-Limit wie Stop Loss, aber Verkauf nur, solange der Kurs über deinem zusätzlichen Limit liegt
Trailing Stop Loss Stop-Loss-Marke wird bei steigenden Kursen automatisch nachgezogen
One Cancels Other (OCO) Verkaufslimit und Stop Loss kombiniert. Wird eine Order ausgeführt, wird die andere gestrichen
Next Order zweite Order wird automatisch aktiv, sobald die erste vollständig ausgeführt ist

Wenn dir der Unterschied zwischen Market-, Limit- und Stop-Order noch nicht ganz klar ist, lies vorher meinen Beitrag Market, Limit und Stop-Order: der Unterschied. Das macht die folgenden Schritte deutlich einfacher.

Schritt für Schritt: Trailing Stop Loss im Web einstellen

Laut comdirect gelangst du im Persönlichen Bereich unter „Order“ über den Menüpunkt „Order erteilen“ zur Ordermaske. Von dort aus:

  1. Wertpapier suchen: über die interaktive Wertpapiersuche, per Name, WKN oder ISIN.
  2. Auftragsart wählen: Verkauf.
  3. Stückzahl eingeben: Danach zeigt dir comdirect die verfügbaren Handelsplätze mit Realtime-Kursen.
  4. Handelsplatz wählen: Für den börslichen Trailing Stop eine der sechs Börsen Frankfurt, gettex, Quotrix, Stuttgart, Tradegate oder Xetra. Im LiveTrading geht es nur bei ausgewählten Handelspartnern.
  5. Ordertyp wählen: „Trailing Stop Loss“.
  6. Initialen Stop-Wert eintragen: das Absicherungsniveau zu Beginn. Bei einer Verkaufsorder liegt er unter dem aktuellen Kurs.
  7. Trailing-Abstand eintragen: in Euro oder in Prozent.
  8. Gültigkeit festlegen: zum Beispiel tagesgültig, Ultimo oder ein konkretes Datum.
  9. Prüfen und bestätigen: Order kontrollieren, mit TAN freigeben, danach im Orderbuch nachsehen, ob sie angenommen wurde.

Und in der App?

Laut Produktbeschreibung ist der börsliche Trailing Stop online, per Telefon oder Fax, im ProTrader, in der comdirect trading App und über die API-Schnittstelle verfügbar. Die genaue Menüführung in der App kann sich je nach Version unterscheiden. Ich habe sie nicht selbst durchgeklickt. Der Ablauf bleibt aber gleich: Wertpapier, Verkauf, Stückzahl, Handelsplatz, Ordertyp, Stop-Wert, Abstand, Gültigkeit. Achtung: Bei telefonisch oder schriftlich erteilten Aufträgen berechnet comdirect laut Konditionenseite ein zusätzliches Entgelt von 14,90 €.

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Die zwei Werte richtig setzen

Initialer Stop-Wert und Abstand müssen nicht exakt zusammenpassen

comdirect erklärt einen Sonderfall, der viele verwirrt: Du kannst einen initialen Stop-Wert setzen, der nicht zu deinem Trailing-Abstand passt. Das nennt comdirect ein inkonsistentes Limit. An Frankfurt, gettex, Quotrix, Stuttgart und Xetra wird eine solche Order ohne Anmerkung angenommen. Tradegate korrigiert dagegen automatisch den Stop-Wert auf den Wert des Trailing-Abstands.

Beispiel laut comdirect (Tradegate): Kurs bei Orderaufgabe 100 €, initialer Stop-Wert 88 €, Trailing-Abstand 10 €. Tradegate setzt den Stop sofort auf 90 €, weil 100 € minus 10 € Abstand höher liegt als 88 €.

Grenzen für den Abstand

Für den außerbörslichen Handel (LiveTrading) nennt comdirect klare Grenzen: Ein prozentualer Trailing-Abstand muss zwischen 1,00 % und 90,00 % liegen und darf höchstens zwei Nachkommastellen haben. Ein absoluter Abstand muss mindestens 0,0100 € betragen und darf höchstens vier Nachkommastellen haben.

Typische Ablehnungs- und Fehlerquellen

  • Stop über dem aktuellen Kurs: Stoporders mit unplausiblen Stopwerten, etwa einem Verkaufs-Stop oberhalb des aktuellen Kurses, werden laut comdirect von den meisten LiveTrading-Partnern angenommen und sofort ausgeführt. Kontrolliere deshalb immer, ob dein Stop wirklich unter dem Geldkurs liegt.
  • Änderungen nicht überall möglich: Laut Produktbeschreibung kannst du an allen sechs Börsen die Gültigkeit ändern, den Trailing-Abstand aber nur an Frankfurt, Tradegate und Xetra. Den Stop-Wert selbst kannst du an keiner der sechs Börsen ändern. Dann hilft nur: Order streichen und neu aufgeben.
  • Teilausführung: Nach einer Teilausführung endet laut comdirect die Kursbeobachtung durch die Börse. Der Rest wird nicht weiter nachgezogen.
  • Anzeige im Orderbuch: Die Börse prüft den Stop in Echtzeit. Das Orderbuch zeigt die Aktualisierung aber je nach Börse in Echtzeit (gettex, Quotrix), etwa minütlich (Frankfurt, Tradegate, Xetra) oder nur dreimal täglich (Stuttgart). Wundere dich also nicht, wenn der angezeigte Stop hinterherhinkt.

Rechenbeispiele

Alle folgenden Beispiele sind rein illustrativ. Sie zeigen die Mechanik und sind keine Empfehlung für eine bestimmte Aktie oder einen bestimmten Abstand.

Beispiel 1: Abstand in Euro (angelehnt an die comdirect-Produktbeschreibung)

Situation Kurs Stop-Wert
Orderaufgabe, initialer Stop 88 €, Abstand 10 € 100 € 90 € (nachgezogen, da 100 − 10)
Kurs steigt 115 € 105 €
Kurs fällt zurück 108 € 105 € (bleibt stehen)
Kurs erreicht den Stop 105 € Auslösung: unlimitierte Verkaufsorder zum nächsten Kurs

In der comdirect-Grafik steigt der Stop von anfangs 88 € über 90 € auf 105 €. Die Verkaufsorder wird beim Erreichen von 105 € in eine unlimitierte Order umgewandelt und zum nächsten Kurs ausgeführt.

Beispiel 2: Abstand in Prozent

Du hältst eine Aktie, die aktuell bei 50,00 € steht, und wählst 8 % Abstand. Der Stop liegt anfangs bei 46,00 €. Steigt die Aktie auf 60,00 €, zieht der Stop auf 55,20 € nach (60 € minus 8 %). Fällt die Aktie danach auf 55,20 €, wird die Verkaufsorder ausgelöst. Öffnet die Aktie am nächsten Morgen nach schlechten Nachrichten direkt bei 52,00 €, wird zum nächsten handelbaren Kurs verkauft. Das wären hier etwa 52 € und nicht 55,20 €.

Das comdirect-Magazin nennt ein ähnliches Beispiel: Kaufkurs 150 €, Trailing-Stop-Loss-Order bei 135 € mit 10 % Abstand. Erreicht die Aktie 160 €, steigt die Stop-Marke auf 144 €.

Beispiel 3: Abstand per ATR statt Bauchgefühl

Ein fester Prozentwert passt nicht zu jeder Aktie. Eine ruhige Aktie schwankt täglich vielleicht 1 %, eine wilde Wachstumsaktie 4 %. Viele Trendfolger nutzen deshalb die Average True Range (ATR), die durchschnittliche Schwankungsbreite, zum Beispiel über 14 Tage. Die ATR liest du in TradingView als Indikator ab.

Schritt Beispielwert
Kurs der Trendaktie 80,00 €
ATR (14 Tage) 2,40 €
Multiplikator (eigene Regel) 2,5
Trailing-Abstand = 2,5 × 2,40 € 6,00 €
Initialer Stop = 80 € − 6 € 74,00 €
Maximales Risiko je Trade (eigene Regel) 300 €
Positionsgröße = 300 € ÷ 6 € 50 Stück

So passen Stop und Positionsgröße zusammen: Je weiter der Stop weg liegt, desto weniger Stück kaufst du. Wie du das sauber rechnest, zeige ich in Positionsgröße berechnen mit TradingView. Bedenke: Kurslücken können das tatsächliche Risiko über die geplanten 300 € treiben.

Transparenz: Der folgende TradingView-Link ist ein Affiliate-Link.

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Börslich oder LiveTrading?

Bei comdirect kannst du einen Trailing Stop Loss an der Börse oder außerbörslich im LiveTrading aufgeben. Die Unterschiede laut comdirect:

Merkmal Börslich LiveTrading (außerbörslich)
Wo Frankfurt, gettex, Quotrix, Stuttgart, Tradegate, Xetra ausgewählte Handelspartner (Liste auf der LiveTrading-Seite)
Wer überwacht den Stop die Börse, in Echtzeit während der offiziellen Handelszeiten eine neutrale Limitplattform auf Basis der Kurse des Handelspartners
Auslösung bei Verkauf Börsenkurs Geldkurs des Handelspartners (Ausnahme Société Générale bei Aktien, Fonds, ETFs: Briefkurs)
Gültigkeit je nach Börse tagesgültig, Ultimo oder bis zu 90 Tage

Ein wichtiger Punkt beim LiveTrading: Weil die Auslösung beim Verkauf am Geldkurs hängt, kann ein breiter Spread den Stop früher auslösen, als du im Chart siehst. Gerade abends oder bei wenig gehandelten Werten ist das relevant.

Was kostet ein Trailing Stop bei comdirect?

Die Funktion selbst kostet laut comdirect nichts. Limiterteilung, Limitänderung, Orderänderung und Orderstreichung sind laut Konditionenseite kostenlos. Bezahlt wird erst die Ausführung. Für inländische Börsen gilt aktuell (Stand Oktober 2026):

Posten Standard laut comdirect
Grundentgelt 4,90 €
Orderprovision 0,25 % vom Ordervolumen
Minimum / Maximum 9,90 € / 59,90 €
Börsenplatzentgelt (u. a. Xetra, gettex, Tradegate, Stuttgart, Quotrix) 0,0025 %, mind. 2,50 €
LiveTrading 4,90 € + 0,25 %, mind. 9,90 €, max. 59,90 €

Für Neukunden bewirbt comdirect immer wieder befristete Sonderkonditionen. Maßgeblich ist das jeweils gültige Preis- und Leistungsverzeichnis. Wie sich comdirect im Vergleich zu anderen Depots schlägt, findest du in meinem Broker-Vergleich.

Grenzen: Wann ein Trailing Stop dich nicht schützt

  • Kurslücken: Nach schlechten Nachrichten oder über Nacht kann der erste Kurs weit unter deinem Stop liegen. Ausgeführt wird zum nächsten Kurs.
  • Ausführung nicht garantiert zum Stop-Preis: Ein ausgelöster Trailing Stop wird zur unlimitierten Order. Bei wenig gehandelten Werten kann der Verkaufskurs deutlich schlechter sein.
  • Zu enger Abstand: Normales Rauschen kann dich aus einem intakten Trend werfen. Zu weiter Abstand gibt viel Gewinn wieder ab. Hier hilft die ATR.
  • Teilausführung: Danach wird nicht mehr nachgezogen.
  • Gültigkeit: Läuft die Order ab, ist die Position ungeschützt. Notiere dir das Ablaufdatum.
  • Kein Verlustschutz-Versprechen: Ein Trailing Stop begrenzt Verluste in vielen Fällen, aber nicht in allen.

Analyse in TradingView, Order bei comdirect

comdirect ist nicht im TradingView Trading Panel angebunden. Der praktische Weg: Trend, ATR und Stop-Niveau in TradingView bestimmen, dann den Trailing Stop Loss bei comdirect eintragen und im Orderbuch kontrollieren.

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FAQ

Wo finde ich den Trailing Stop Loss bei comdirect?

Im Persönlichen Bereich unter „Order“ → „Order erteilen“. Nach Wertpapier, Verkauf, Stückzahl und Handelsplatz wählst du den Ordertyp „Trailing Stop Loss“ und gibst Stop-Wert und Trailing-Abstand ein.

Muss ich den Trailing Stop bei comdirect freischalten?

Laut comdirect-Magazin ja: Der Trailing Stop ist eine Komfortorder-Funktion, die du vor der ersten Nutzung online freischaltest. Der Service ist kostenlos.

An welchen Börsen funktioniert der Trailing Stop bei comdirect?

Börslich an Frankfurt, gettex, Quotrix, Stuttgart, Tradegate und Xetra. Außerbörslich im LiveTrading bei ausgewählten Handelspartnern.

Kann ich den Trailing-Abstand nachträglich ändern?

Laut Produktbeschreibung nur an Frankfurt, Tradegate und Xetra. Den Stop-Wert selbst kannst du an keiner der sechs Börsen ändern. Sonst streichst du die Order und gibst sie neu auf.

Was kostet ein Trailing Stop Loss bei comdirect?

Die Orderfunktion und Limitänderungen sind kostenlos. Bei Ausführung zahlst du das normale Orderentgelt, an inländischen Börsen 4,90 € plus 0,25 %, mindestens 9,90 €, höchstens 59,90 €, plus Börsenentgelt (Stand Oktober 2026).

Wird garantiert zum Stop-Kurs verkauft?

Nein. Bei Erreichen des Stops wird die Order in eine unlimitierte Verkaufsorder umgewandelt und zum nächsten Kurs ausgeführt. Bei Kurslücken kann das deutlich unter dem Stop sein.

Quellen

Risikohinweis – keine Anlageberatung

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung, keine Steuerberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Alle Beispiele sind rein illustrativ. Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Prüfe vor jeder Entscheidung die aktuellen Unterlagen und Konditionen des jeweiligen Anbieters.

Über den Autor: René schreibt als Trendaktienhamster über TradingView, Trendaktien und Broker – mit über 30 Jahren Börse im Rücken und dem Ziel, dass du Werkzeuge verstehst, bevor du sie einsetzt. Mehr über René

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