Kurz beantwortet: Ein Trading Journal (auf Deutsch auch Trading-Tagebuch) ist deine schriftliche Liste aller Trades: Einstieg, Stop, Ausstieg, Größe, Grund und Ergebnis, ergänzt um eine kurze Notiz, warum du so gehandelt hast. Für den Start reicht eine kostenlose Tabelle in Excel oder Google Tabellen mit rund 15 Spalten und eine feste Wochen-Review. Ein Tool wie TradeZella lohnt sich erst, wenn du viele Trades machst und den Import und die Auswertung automatisieren willst. Es kostet ab 35 $ im Monat, ist englischsprachig und auf US-Trader zugeschnitten.
In diesem Beitrag bekommst du eine Trading-Journal-Vorlage zum Nachbauen, die Kennzahlen, die wirklich etwas aussagen, eine Routine für die Auswertung und eine ehrliche Einordnung von TradeZella. Damit dein Journal nicht nach zwei Wochen in der Schublade landet.
Stand: 22. Oktober 2026. Preise und Funktionen von TradeZella laut offizieller Preis-, Funktions- und Broker-Seite sowie Help Center. Angaben ohne Gewähr.
Was ist ein Trading Journal?
Ein Trading Journal ist mehr als eine Gewinn-und-Verlust-Liste. Dein Depotauszug zeigt dir, was passiert ist. Das Journal zeigt dir, warum. Du hältst vor dem Trade fest, was du vorhast, und danach, was du tatsächlich getan hast. Genau in dieser Lücke zwischen Plan und Ausführung stecken die teuersten Fehler: zu früh raus, Stop verschoben, Position zu groß, aus Langeweile gehandelt.
Ob du „Trading Journal“ oder „Trading Tagebuch“ sagst, ist egal. Wichtig ist, dass du es konsequent führst und regelmäßig auswertest. Ein Journal, das niemand liest, ist nur Datensammlung.
Warum sich ein Trading-Tagebuch lohnt
Ein Journal macht dich nicht automatisch profitabel. Es macht aber sichtbar, ob du überhaupt einen Vorteil hast und wo du ihn verschenkst. Drei Fragen kann dir ohne Journal niemand beantworten:
- Funktioniert mein Setup? Erst nach 30, 50 oder 100 gleichartigen Trades siehst du, ob Trefferquote und Chance-Risiko-Verhältnis zusammenpassen.
- Halte ich meine Regeln ein? Viele Verluste entstehen nicht durch die Strategie, sondern durch Regelbrüche. Welche das typischerweise sind, liest du in meinem Beitrag über Tradingfehler.
- Wann bin ich schlecht? Wochentage, Uhrzeiten, Märkte oder Stimmungen, in denen du regelmäßig Geld verlierst, fallen erst in der Summe auf.
Das Journal ist damit die Brücke zwischen Backtest und echtem Geld. Wer seine Strategie vorher testet, vergleicht die Live-Ergebnisse mit dem Test und erkennt, ob die Abweichung an der Strategie oder an der Ausführung liegt. Welche Testfehler dabei typisch sind, zeige ich in TradingView-Backtest: 6 Fehler erkennen.
Was du in deinem Trading Journal tracken solltest
Zu wenige Felder machen das Journal wertlos, zu viele machen es mühsam. Diese Aufteilung hat sich bewährt:
| Bereich | Felder | Wozu |
|---|---|---|
| Basisdaten (Pflicht) | Datum, Uhrzeit, Wert, Long/Short, Stückzahl | Grundlage für jede Auswertung |
| Plan (Pflicht) | Einstieg, Stop-Loss, Kursziel, geplantes Risiko in € | Vergleich Plan gegen Ausführung |
| Ergebnis (Pflicht) | Ausstieg, Gebühren, Gewinn/Verlust netto, R-Multiple | Echte Performance nach Kosten |
| Kontext (empfohlen) | Setup-Name, Zeitrahmen, Marktphase, Chart-Screenshot | Welche Setups funktionieren |
| Verhalten (empfohlen) | Regel eingehalten ja/nein, Stimmung vor dem Trade, Fehler-Tag | Disziplin messbar machen |
Das wichtigste Einzelfeld ist das R-Multiple. Es setzt dein Ergebnis ins Verhältnis zum geplanten Risiko. Riskierst du 100 € und gewinnst 250 €, ist das ein Trade von +2,5 R. Verlierst du 130 €, weil der Stop verrutscht ist, sind es −1,3 R. So kannst du Trades mit unterschiedlicher Positionsgröße fair vergleichen. Wie du das Risiko pro Trade sauber festlegst, erkläre ich in Positionsgröße berechnen.
🐹 Hamster-Regel: Plan vor dem Klick notieren
Trag Einstieg, Stop und Ziel ein, bevor du die Order abschickst. Wer erst nachher schreibt, passt den Plan unbewusst an das Ergebnis an, und dann lernst du aus deinem Journal nichts mehr.
Kostenlose Methode: Trading Journal Vorlage in Excel oder Google Tabellen
Du brauchst keine Software, um anzufangen. Eine Tabelle mit einer Zeile pro Trade reicht. So baust du deine Trading-Journal-Vorlage in 15 Minuten selbst:
- Spalten anlegen: Nr., Datum, Wert, Richtung, Setup, Einstieg, Stop, Ziel, Stückzahl, Ausstieg, Gebühren, Ergebnis €, Risiko €, R, Regel eingehalten, Notiz, Screenshot-Link.
- Risiko berechnen: Risiko € = |Einstieg − Stop| × Stückzahl. In Excel:
=ABS(F2-G2)*I2. - Ergebnis berechnen: Für Long-Trades (Ausstieg − Einstieg) × Stückzahl − Gebühren, für Short-Trades umgekehrt. In Excel:
=WENN(D2="Long";(J2-F2)*I2;(F2-J2)*I2)-K2. - R-Multiple berechnen: Ergebnis geteilt durch Risiko:
=L2/M2. - Auswahllisten setzen: Für Setup, Richtung und „Regel eingehalten“ nutzt du Dropdowns (Datenüberprüfung). So bleiben die Begriffe einheitlich und lassen sich später filtern.
- Auswertungsblatt: Auf einem zweiten Blatt berechnest du Trefferquote (
=ZÄHLENWENN(N:N;">0")/ANZAHL(N:N)), durchschnittlichen Gewinn in R, durchschnittlichen Verlust in R und die Summe aller R.
Daraus ergibt sich der Erwartungswert pro Trade: Trefferquote × durchschnittlicher Gewinn in R − Verlustquote × durchschnittlicher Verlust in R. Ein rein illustratives Beispiel: 40 % Treffer mit durchschnittlich 2,0 R und 60 % Verluste mit durchschnittlich 1,0 R ergeben 0,4 × 2,0 − 0,6 × 1,0 = +0,2 R pro Trade. Bei derselben Trefferquote und nur 1,2 R pro Gewinn läge der Wert bei −0,12 R. Ein kleiner Unterschied im Ausstieg entscheidet also, ob ein Setup Geld bringt oder kostet.
Notizen statt Tabelle? Wenn du wenig handelst, etwa ein paar Swing-Trades im Monat, genügt auch ein Notizbuch oder eine Notizen-App mit einer festen Vorlage pro Trade: Plan, Screenshot vor dem Einstieg, Screenshot nach dem Ausstieg, drei Sätze Fazit. Für Kennzahlen überträgst du die Zahlen einmal im Monat in eine Tabelle.
Screenshots aus TradingView: Ein Chartbild sagt mehr als jede Notiz. In TradingView speicherst du über das Kamera-Symbol einen Snapshot und kopierst den Link in deine Tabelle. Markiere vorher Einstieg, Stop und Ziel, zum Beispiel mit dem Long-/Short-Positionswerkzeug. Wer noch übt, kann das komplette Journal zuerst mit TradingView Paper Trading führen.
Die Wochen-Review: 20 Minuten, die den Unterschied machen
Das Journal wirkt erst in der Auswertung. Setz dir einen festen Termin, zum Beispiel Samstagvormittag, und geh immer gleich vor:
- Zahlen: Anzahl Trades, Summe R, Trefferquote, größter Verlust in R.
- Regeln: Wie viele Trades waren regelkonform? Vergleiche das Ergebnis der regelkonformen Trades mit dem der Regelbrüche.
- Muster: Gibt es ein Setup, einen Wochentag oder eine Uhrzeit, die auffällig schlecht laufen?
- Eine Regel: Leite genau eine konkrete Änderung für die nächste Woche ab, etwa „kein neuer Trade nach zwei Verlusten am selben Tag“.
Wichtig: Bewerte deine Strategie nicht nach fünf Trades. Kleine Stichproben schwanken stark. Wie du Tests realistisch aufziehst, inklusive Kosten und Journal, beschreibe ich in Paper Trading realistisch testen.
🐹 Hamster-Regel: Gebühren gehören ins Journal
Ein Setup mit +0,1 R vor Kosten kann nach Ordergebühren und Spread negativ sein. Trag Gebühren immer mit ein, besonders bei kleinen Positionen mit Mindestgebühr.
TradeZella Erfahrungen: Was das Tool kann und wo es hakt
Irgendwann wird die Tabelle mühsam: Bei vielen Trades pro Woche kostet das Abtippen Zeit, und Fehler schleichen sich ein. Hier setzen Journal-Tools wie TradeZella an. Die folgende Einordnung beruht auf den offiziellen Angaben des Anbieters, nicht auf einem Langzeittest.
Was TradeZella macht: TradeZella ist kein Broker, sondern eine Journal- und Analyse-Software. Du handelst weiter bei deinem Broker, die Trades kommen per automatischer Synchronisation (Auto Sync) oder per CSV-Upload ins Journal. Laut Anbieter werden über 500 Broker und Plattformen unterstützt, darunter Interactive Brokers mit Auto Sync und Datei-Upload sowie TradingView Paper Trading per Datei-Upload. Dazu kommen ein Analyse-Dashboard, über 300 Reports, MFE-/MAE-Statistiken (wie weit ein Trade zwischenzeitlich für bzw. gegen dich lief), Tags für Setups und Fehler, ein Notizbuch mit Vorlagen, manuelles Backtesting und ab dem Pro-Tarif ein Trade Replay. Die KI-Funktionen laufen über ein monatliches Kontingent an Credits.
| Tarif | Monatlich | Jährlich | Wichtige Unterschiede |
|---|---|---|---|
| Essential | 35 $ | 315 $ (≈ 26 $/Monat) | 1 Konto, 500 KI-Credits, 10 Strategien, kein Trade Replay |
| Pro | 59 $ | 531 $ (≈ 44 $/Monat) | bis 50 Konten, 1.500 Credits, Trade Replay, KI-Agenten |
| Ultra | 99 $ | 891 $ (≈ 74 $/Monat) | unbegrenzte Konten, 3.000 Credits, Priority-Support |
Preise in US-Dollar laut TradeZella-Preisseite und Help Center (gültig seit 14. Juli 2026). Die Jahreszahlung spart laut Anbieter 25 %. Ob und welche Steuern beim Kauf aus Deutschland hinzukommen, siehst du erst im Checkout.
20 % Rabatt für dich: Über meinen Partnerlink bekommen neue Nutzer 20 % Rabatt auf den ersten Kauf. Rechnerisch wären das beim Essential-Tarif 28 $ statt 35 $ im ersten Monat oder 252 $ statt 315 $ beim ersten Jahresabo. Prüf vor dem Bezahlen, ob der Rabatt im Checkout angezeigt wird.
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Vorteile
- Trades kommen automatisch oder per CSV ins Journal, Tippfehler bei Kursen und Gebühren entfallen weitgehend.
- Kennzahlen wie R-Multiple, Erwartungswert, Drawdown und MFE/MAE rechnet das Tool selbst aus.
- Tags und Filter zeigen schnell, welches Setup oder welcher Fehler dich am meisten kostet.
- Journal, Notizen, Backtesting und Auswertung liegen an einem Ort.
Nachteile
- Englische Oberfläche: Menüs, Reports und Hilfeartikel sind auf Englisch.
- US-Fokus: Preise in Dollar, viele US-Broker, Futures- und Prop-Firm-Funktionen. Deutsche Broker wie CapTrader stehen nicht separat in der Brokerliste. Da CapTrader-Depots bei Interactive Brokers geführt werden, liegt der IBKR-Import nahe. Klär aber vor dem Kauf mit dem Support, ob er mit deinem Konto funktioniert.
- Keine Gratis-Version: Auf der Preisseite gibt es keinen kostenlosen Tarif. Laut Nutzungsbedingungen sind Zahlungen nach der Anmeldung nicht erstattungsfähig. Gekündigt wird zum Ende des Abrechnungszeitraums.
- Laufende Kosten: Bei kleinen Konten frisst ein Abo schnell einen spürbaren Teil der Rendite.
Excel oder TradeZella: Was passt zu dir?
- Bleib bei Excel oder Notizen, wenn du weniger als etwa zehn Trades im Monat machst, gerade erst anfängst oder hauptsächlich Swing-Trades mit Aktien handelst. Hier ist Disziplin wichtiger als Software.
- Ein Tool wie TradeZella lohnt sich eher, wenn du aktiv handelst, mehrere Konten führst, Futures oder Optionen tradest oder Prop-Firm-Challenges machst und mit Englisch kein Problem hast.
- In beiden Fällen gilt: Führe mindestens einen Monat ein Tabellen-Journal. Dann weißt du, welche Felder du wirklich nutzt, und kaufst kein Tool für Funktionen, die du nie brauchst.
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Journal, Broker und TradingView verbinden
Am wenigsten Arbeit hast du, wenn Chart, Order und Journal zusammenspielen. Handelst du direkt aus TradingView, kannst du den Plan mit dem Positionswerkzeug im Chart einzeichnen, die Order mit Stop aufgeben und den Snapshot ins Journal kopieren. Welche Broker das in Deutschland überhaupt können, liest du unter Welche Broker funktionieren mit TradingView? Konkrete Anleitungen gibt es für Interactive Brokers und CapTrader mit TradingView. Und damit im Journal die richtige Orderart steht: Market, Limit oder Stop? Orderarten erklärt.
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- Chart-Check vor dem Einstieg und Alarm richtig setzen
- Positionsgröße und Stop-Loss berechnen
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Häufige Fragen
Was ist ein Trading Journal?
Ein Trading Journal, auch Trading-Tagebuch genannt, ist eine Liste aller deiner Trades mit Plan, Ausführung, Ergebnis und kurzer Begründung. Es zeigt dir, ob dein Setup funktioniert und wo du Regeln brichst.
Was gehört in ein Trading-Tagebuch?
Mindestens Datum, Wert, Richtung, Einstieg, Stop-Loss, Ziel, Stückzahl, Ausstieg, Gebühren, Ergebnis und R-Multiple. Empfehlenswert sind zusätzlich Setup-Name, Screenshot, Stimmung und die Frage, ob du deine Regeln eingehalten hast.
Gibt es eine kostenlose Trading Journal Vorlage?
Ja. Du kannst dir in Excel oder Google Tabellen in wenigen Minuten selbst eine bauen: eine Zeile pro Trade, Formeln für Risiko, Ergebnis und R-Multiple und ein zweites Blatt für Trefferquote und Erwartungswert. Die Spalten und Formeln findest du oben im Beitrag.
Was kostet TradeZella?
Laut Preisseite kostet TradeZella 35, 59 oder 99 US-Dollar im Monat (Essential, Pro, Ultra). Bei jährlicher Zahlung sind es 315, 531 oder 891 US-Dollar. Neue Nutzer erhalten über meinen Partnerlink 20 % Rabatt auf den ersten Kauf.
Gibt es TradeZella auf Deutsch?
Nein. Oberfläche, Reports und Hilfeartikel sind auf Englisch, die Preise in US-Dollar. Das Tool richtet sich vor allem an US-Trader, unterstützt aber auch Interactive Brokers und den Datei-Upload aus vielen Plattformen.
Kann ich TradeZella kostenlos testen?
Auf der Preisseite gibt es keinen kostenlosen Tarif. Laut Nutzungsbedingungen sind Zahlungen nach der Anmeldung nicht erstattungsfähig. Führe deshalb vorher ein paar Wochen ein kostenloses Tabellen-Journal und prüfe, ob dein Broker unterstützt wird.
Quellen
- TradeZella: Pricing
- TradeZella Help Center: Our Pricing (Juli 2026)
- TradeZella: Features
- TradeZella: Supported Brokers
- TradeZella Help Center: How to Cancel Your Subscription
- TradeZella: Terms of Service (Abschnitt 22, Refunds)
Risikohinweis – keine Anlageberatung
Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung, keine Steuerberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Alle Beispiele sind rein illustrativ. Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Ein Trading Journal verbessert deine Analyse, garantiert aber keine Gewinne. Bei Margin, Optionen, Futures und CFDs können Verluste die Einlage übersteigen. Prüfe vor jeder Entscheidung die aktuellen Unterlagen und Konditionen der Anbieter.
Über den Autor: René schreibt als Trendaktienhamster über TradingView, Trendaktien, Broker und Trading-Werkzeuge – mit über 30 Jahren Börse im Rücken und dem Ziel, dass du Werkzeuge verstehst, bevor du sie einsetzt. Mehr über René
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