Bild: Trendaktienhamster erklärt Volumenzonen, POC und Value Area. KI-generierte, schematische Illustration; kein TradingView-Screenshot.
Ein gewöhnlicher Volumenbalken beantwortet die Frage, wie viel Aktivität in einer Kerze stattfand. Ein Volumenprofil ordnet Aktivität dagegen Preisbereichen zu. Das TradingView Volume Profile hilft dir dadurch, interessante Zonen im Chart zu untersuchen. Die längste horizontale Säule ist aber kein automatischer Kauf- oder Verkaufspunkt.
Affiliate-Hinweis: Mit * gekennzeichnete TradingView-Links sind Affiliate-Links. Bei einem kostenpflichtigen Abschluss kann Trendaktienhamster eine Provision erhalten. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Du kannst TradingView und die verfügbaren Profilwerkzeuge ansehen*. Prüfe im eigenen Konto die gewünschte Variante und deren Tarifzugang, bevor du einen kostenpflichtigen Abschluss erwägst.
POC, Value Area und Volumenknoten verstehen
Der Point of Control, kurz POC, bezeichnet das Preisniveau mit dem höchsten Volumen im untersuchten Profil. Die Value Area umfasst den eingestellten Volumenanteil; häufig werden 70 Prozent verwendet. Ihre obere Grenze heißt VAH, die untere VAL. Diese Begriffe erläutert TradingView in den offiziellen Grundkonzepten.
Breite Ausbuchtungen nennt man High Volume Nodes, dünne Bereiche Low Volume Nodes. Sie zeigen hohe beziehungsweise geringe Aktivität innerhalb des gewählten Ausschnitts. Behandle sie als Untersuchungszonen. Aus ihrer Form allein lässt sich keine sichere Kursreaktion ableiten.
Die praktische Frage lautet deshalb: „Wie verhält sich der Kurs, wenn er diese Zone erneut erreicht?“ Das hält Beobachtung und Erwartung auseinander. Erst die spätere Reaktion zeigt, ob deine vorher formulierte Hypothese überhaupt passt.
Welche Profilvariante passt zu deiner Frage?
Beim Visible Range Volume Profile bestimmt der sichtbare Chartbereich die Auswertung. Verschiebst du den Ausschnitt, verändert sich die Datengrundlage. Diese Variante eignet sich für einen schnellen Überblick; für wiederholbare Vergleiche musst du den Ausschnitt festhalten. Siehe die offizielle Beschreibung des sichtbaren Bereichs.
Das Fixed Range Volume Profile arbeitet mit einem festgelegten Zeitbereich. Die Option „Extend Right“ kann die Berechnung darüber hinaus fortführen. Für einen abgeschlossenen Vergleich lässt du sie ausgeschaltet. Die Einstellungen beschreibt TradingView im Leitfaden zum festen Bereich.
Ein Session Volume Profile untersucht Handelssitzungen beziehungsweise Teilsitzungen. Wenn du Tagesabschnitte vergleichen möchtest, ist dieser Ansatz naheliegend. Achte dabei auf konsistente Session-Einstellungen; TradingView dokumentiert sie unter Session Volume Profile.
Praxis: eine abgeschlossene Seitwärtsphase untersuchen
Beginne mit einer liquiden Aktie, die du kennst, und einem normalen Kerzenchart. Ein ruhiges Layout erleichtert die Beobachtung. Unsere Anleitung zum TradingView-Chart-Setup hilft bei der Vorbereitung.
Für den ersten Lernversuch reicht eine abgeschlossene Seitwärtsphase. Wähle ihre Grenzen nach einer vorher notierten Regel, beispielsweise vom Beginn einer klar erkennbaren Handelsspanne bis zur letzten Kerze vor dem Ausbruch. Verändere diese Grenzen später nicht, nur weil ein anderes Profil überzeugender aussieht.
- Öffne das Werkzeug für ein festes Volumenprofil und markiere Anfang sowie Ende.
- Wähle zunächst die Darstellung des Gesamtvolumens.
- Aktiviere POC und die Grenzen der Value Area.
- Verwende eine übersichtliche Zeilenanzahl, beispielsweise 24 als Lernwert.
- Speichere einen Screenshot mit Symbol, Börsenplatz, Zeitraum und Einstellungen.
Die Zahl 24 ist keine optimale Handelseinstellung. Wiederhole die Darstellung anschließend mit 48 Zeilen. Bleibt eine breite Konzentration erkennbar, ist sie für deine Beschreibung robuster als eine winzige Spitze, die nur bei einer bestimmten Auflösung erscheint. Die Zeilenparameter erläutert die Fixed-Range-Dokumentation.
Du kannst diesen Vergleich über TradingView selbst nachvollziehen*. Kaufe kein zusätzliches Skript, bevor du verstanden hast, welche Frage die vorhandene Darstellung beantwortet.
Unterstützungen als Hypothesen formulieren
Ein vollständig erfundenes Zahlenbeispiel: Deine Aktie bewegte sich zwischen 90 und 110 Euro. Das Profil zeigt einen breiten Volumenschwerpunkt um 100 Euro. Der Kurs notiert später bei 106 Euro und fällt in Richtung dieses Bereichs.
Notiere vorab zwei mögliche Beobachtungen: Der Kurs stabilisiert sich dort, oder er handelt ohne erkennbare Erholung darunter weiter. Beide Verläufe sind möglich. Entscheide nicht erst nachträglich, dass jede Bewegung irgendwie als „Bestätigung“ zählt.
Für ein Journal könntest du festlegen: Nach dem ersten erneuten Kontakt beobachtest du die nächsten fünf abgeschlossenen Tageskerzen. Du notierst Schlusskurse, Kursspanne und Nachrichten. Fünf Kerzen sind hier nur eine einheitliche Beobachtungsfrist. Wiederhole das Vorgehen auch bei Zonen, die keinen sichtbaren Halt bieten.
So entsteht eine prüfbare Sammlung statt einer Galerie schöner Treffer. Zunächst brauchst du dafür keine Orders. Wenn du später Handelsregeln daraus ableitest, hilft der Leitfaden zum realistischen Paper Trading.
Typische Fehler bei der Interpretation
Farben als Käufer- und Verkäufernachweis lesen: TradingView ordnet Aufwärts- und Abwärtsvolumen anhand der Preisbewegung von Balken zu. Daraus folgt kein vollständiger Nachweis aggressiver Käufe oder Verkäufe. Auch Tickvolumen ist etwas anderes als tatsächlich gehandeltes Stückvolumen. Grundlage sind die offiziellen Berechnungshinweise.
Den Datenkontext übersehen: Ein Profil gilt für die gewählte Quelle. Kontrolliere Börsenplatz und Session. Unsere Erklärung zu abweichenden TradingView-Kursdaten ist dafür ein passender Ausgangspunkt.
Zu präzise Linien zeichnen: Ein einzelner Cent vermittelt leicht mehr Genauigkeit, als deine Beobachtung trägt. Beschreibe breite Konzentrationen entsprechend als Bereiche und dokumentiere ihre Grenzen.
Ungeeignete Charts verwenden: Bei nicht standardmäßigen Charttypen können Preis- und Volumendaten verzerrt sein. Für diesen Lernversuch sind normale Kerzen die übersichtlichere Grundlage. TradingView weist darauf in den Grundkonzepten hin.
FAQ zum TradingView Volume Profile
Ist der POC automatisch eine Unterstützung?
Nein. Er beschreibt einen vergangenen Volumenschwerpunkt. Ob der Kurs dort später hält, musst du beobachten. Eine starke Bewegung kann den Bereich durchlaufen.
Warum verändert sich das Profil beim Zoomen?
Beim sichtbaren Bereich ändert sich der ausgewertete Ausschnitt. Verwende für dokumentierte Vergleiche einen festen Bereich und halte Einstellungen sowie Datenquelle konstant.
Sind 70 Prozent die beste Value Area?
Sie sind eine verbreitete Einstellung, kein Qualitätsbeweis. Wichtiger ist, dass du deinen Wert vor dem Vergleich festlegst und nicht passend zum gewünschten Ergebnis wechselst.
Ersetzt das Profil einen Risikoplan?
Nein. Ein interessanter Bereich beantwortet weder Positionsgröße noch Ausstieg oder tragbaren Verlust. Diese Fragen musst du gesondert klären.
Risikohinweis
Dieser Artikel dient der Weiterbildung und ist keine individuelle Anlageberatung. Volumenzonen liefern keine Gewinnprognose. Kurslücken, geringe Liquidität und Fehlinterpretationen können Verluste verursachen. Vergangene Reaktionen und Demoergebnisse garantieren keine künftige Entwicklung.
Weiterführende Anleitungen
Quellenstand: 4. Oktober 2026. Offizielle Quellen sind direkt bei den jeweiligen Erläuterungen verlinkt.
